wars das? wars das mit meiner unbeschwerten jugend? wars das mit meinem alten leben? wars das schon mit meiner beziehung? wars das mit meinen alten träumen?
was kommt jetzt? bin unschlüssig, weiß nicht so recht was ich will, was ich tun soll. merke, dass mein altes leben langsam aber sicher zerbricht und etwas ganz neues kommt. versuche mit aller gewalt an altem, vertrauten festzuhalten, doch nicht einmal das geht, weil sogar das jetzt anders ist. es ist anders, aber nicht schlecht. eher ungewohnt neu und doch gewohnt. bin mir nicht sicher ob es gut oder schlecht ist. wollte doch auch immer das alles anders wird. erwachsen werden und auf eigenen beinen stehen. unabhängig sein. keine vorschriften mehr bekommen. alle entscheidungen nur für mich treffen und auf niemanden rücksicht nehmen müssen. doch die süße freiheit ist alles andere als süß wenn man sie allein beschreiten muss. ja ich habe meine familie, meine freunde. doch ich fühle mich in meinem heimatort nicht mehr so zu hause wie es einmal war. es hat sich alles verändert. ich habe mich verändert. meine schwestern werden immer größer, tragen die ersten konflikte mit sich, unseren eltern, ihren lehrern aus. und ich bin nicht mehr wirklich dabei. klar erfahre ich alles im nachhinein, doch ich bin nicht mehr mitten im geschehen. es geht alles viel zu schnell. vor 2 monaten machte ich gerade meine matura, war der glücklichste mensch, in einer für mich schönen beziehung. und jetzt? alles anders. die matura kann ich immer noch nicht verarbeiten. denn im gegensatz zu vielen anderen, war dieses geschehen für mich mehr als schlimm. ich bekam richtige panikattacken, was ich bis dahin in dieser form nicht kannte. ich träume regelmäßig davon und wache dann meistens auf und kann/trau mich dann nicht mehr einzuschlafen, aus angst dass ich wieder davon träumen könnte.
früher dachte ich immer, dass ich irgendetwas mit menschen und tieren machen würde. irgendwann mal, gemeinsam mit anna, nach australien gehen würde und dort eine bar am strand eröffnen würde, am besten am strand. doch heute weiß ich beim besten willen nicht mehr was ich machen soll. ich merke immer mehr, dass mir das reiten fehlt. ich fühle mich nicht ganz wenn ich zu lange von den pferden getrennt bin. wenn ich nicht in der natur sein kann. mit dem snowboarden ist das nichts anderes. es ist jedes mal wie ein wiedergeburt. wenn ich todmüde und überglücklich nach hause komme nach einem (halben) tag auf dem berg. mich in die badewanne lege und dann mit einem lächeln einschalfe. ich bin nicht besonders gut in diesem sport, aber ich tu es mit leidenschaft. und meiner meinung nach muss man kein profi zu sein um etwas zu lieben.
genauso wie in beziehungssachen. man muss keine perfekte freundin/freund sein um mit ganzem herzen bei der sache zu sein. nur leider denken viele menschen dass es genauso sein müsste. man findet irgendwann einmal einen menschen bei dem man schmetterlinge im bauch fühlt, der einem gefällt und bei dem man sich wohl fühtl. und dann muss es die perfekte beziehung sein. ohne große konflikte, ohne kurzzeitiges nicht-ausstehen-können um dafür danach umso stärkere gefühle für den menschen zu entwickeln. eine noch größere verbundenheit zu fühlen. daran zu arbeiten sich gegenseitig kennen zu lernen und zu verstehen. sich achten und ehren. treu zu sein, sowohl in gedanken, als auch in taten. miteinander sprechen, wenn es etwas gibt, das einen bedrückt.
es ist ein prozess, der sicher nicht von heute auf morgen gelingt, so wie das ganze leben an sich. schade, wenn man danach keinen kontakt mehr hat und sich meidet. denn es steckt doch viel energie in dieser zwischenmenschlichen begegnung, soviel herz und gefühl. stunden der zweisamkeit, die einerseits vergessen und andererseits verdrängt werden um nicht an den schmerz erinnert zu werden. kein gemeinsames aufarbeiten, verarbeiten.
ich gebe es zu, ich war in gedanken nur einem mann treu. dem mann wo ich lange zeit dachte nur ihn lieben zu können. aber ich musste einsehen, dass diese liebe keine zukunft hat. doch als ich begann mich von ihm zu lösen, zerbrach meine beziehung.
mag sein, dass er der grund dafür ist, dass ich mich schwer auf neue männer einlassen kann, doch so stark ich es auch will, ganz komm ich nie von ihm los. ich kann nicht sagen, ob es eine schöne beziehung werden würde, ob ich ihn immer lieben, ehren und achten könnte. ob ich diesen freiheitsliebenden mann nicht einengen würde. auf welche weise auch immer. ich bin mir auch nicht sicher ob diese liebe auf dieser ebene existiert oder auf einer ganz anderen. ja ich möchte die frau an seiner seite sein. nein, er geht mir immer noch nicht aus dem kopf. ja, ich finde er wäre der perfekte mann für mich. aber ich bin mir nicht sicher ob wir zusammenpassen würden. es ist dieses alte was wäre wenn spielchen. was wäre wenn wir es versuchen würden. was wäre wenn wir einfach wieder mehr kontakt hätten. denn früher oder später laufen wir uns wieder über den weg, sind verwundert darüber, welche faszination wir immer noch aufeinander ausüben, auch nach all den jahren. irgendeiner kontaktiert den anderen immer wieder mal über das jahr verteilt. und, da kann ich nur von mir sprechen, meistens bin ich dann irgendwann wieder enttäuscht darüber, dass er er nicht den mumm hat es zu vollenden. ich weiß nicht ob es aus angst von seiner seite geschieht oder ob er einfach immer wieder seine spielchen mit mir treibt, doch er will es zwar immer wieder probiern, auf welche art auch immer und schafft es nie es zu beenden. dann gibt es immer irgendwelche fadenscheinigen ausflüchte. die mir aber nie reichen um die geschichte abzuhaken. dann bin ich wieder ab boden zerstört, flüchte mich in tagträume und verkrieche mich in meinem bett. möchte am liebsten niemanden sehen. aber was mich wirklich stört ist, dass ich ihn gar nicht vergessen will. ich weiß, dass es wahrscheinlich für beide das beste wäre, doch ich habe sogar angst davor ihn eines tages zu vergessen.
auch mit ihm ist es nicht mehr das selbe wie früher. bin reifer, erwachsener geworden. habe meine erfahrungen gemacht und lasse heute noch langsamer menschen an mich heran. stehe mir somit oft selbst im weg. und habe angst entdecken zu müssen, dass auch er sich verändert hat und ich ihn nicht mehr wieder erkenne. kenne ihn jetzt schon so lange und doch immer noch nicht besonders gut. ich weiß nicht was er am liebsten isst, kenne seine wünsche und träume nicht,…..
das einzige was ich weiß ist, dass eine verbundenheit zwischen uns ist, die ich bei keinem anderen mann bis jetzt gespürt habe. es ist etwas einzigartiges. und doch weiß ich, dass diese einzigartigkeit so einzigartig ist, weil wir uns so wenig kennen und doch so gut.
hach….